Entstehung und Glaubenslehre des APOSTELAMTES JUDA

Einführung

Historisch sind mit dem Namen Juda alle aus dieser geistigen Linie hervorgegangenen Propheten und Verkünder Gottes einschließlich Christus untrennbar verbunden. Es hängt mit der göttlichen Segensverheißung zusammen, die aus dem Geschehen längst vergangener Zeiten an diesen Namen Juda durch Jakob gebunden wurde und weitreichende Bedeutung für den Menschen bekam. Es hat nichts mit weltlicher Macht zu tun, sondern mit Gott und dem Menschen. Der aus diesem göttlichen Segen entstandene einzigartige neue Glauben an Gott und sein Reich unter Menschen, hat die Zeiten überdauert und ist heute noch so wirkungsvoll, wie vor zweitausend Jahren durch Christus. Juda in seiner Verheißung bürgt heute für die Gnade Gottes am Menschen.

Als im Laufe des 19.Jahrhunderts der politische und religiöse Liberalismus sich durchsetzte, wuchsen auch Voraussetzungen, die das apostolische Gedankengut wieder forderten. Durch die in jener Zeit entstandene Erweckungsbewegung in England mit dem Theologen Edward Irving wurde die Auswirkung der Gaben des Heiligen Geistes und das Heil im apostolischen Amt wieder erkannt und im Gemeinschaftsleben genutzt. Hieraus entwickelten sich die Katholisch-apostolischen Gemeinden mit einer dem Urchristentum nahestehenden Glaubensauffassung. In diesen Gemeinden sind auch die Wurzeln der neuapostolischen Bewegung zu finden.

Die weitere Entwicklung führte über Julius Fischer, der in der neuapostolischen Bewegung Bezirks-Ältester war, am 2. Mai 1902 zur Gründung der Gemeinschaft Apostelamt Juda. Seine göttliche Segnung zum "Apostel in Juda" war auch seine göttliche Legitimation. Mit dieser Segnung ist der von Christus zugesagte Tröster der Wahrheit wieder zum lebenden Menschen gekommen, jedoch unter dem Namen Juda, wie er in der Off.Joh.5,5 verheißen ist.

In der Gemeinschaft Apostelamt Juda sind heute alle göttlichen Elemente zu einem größeren Werk zusammengefasst, die in der rund viertausendjährigen Geschichte im jeweiligen Auftrage Gottes erarbeitet wurden. Das leitende Grundmotiv war hierbei immer die göttliche Verheißung der Menschwerdung im sechsten Schöpfungstage: "Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei". Dieser sechste Schöpfungstag lässt sich ableiten aus der Wiederaufnahme des apostolischen Gedankengutes.

Die Menschen der Gemeinschaft bekennen heute frank und frei, sie glauben an das Ewige, an Gott und an das Gute im Menschen. Sie wollen auch den Menschen ihrer Umwelt auf diesen Glauben an Juda aufmerksam machen. Wollen das Gute im Menschen heben und wollen es fordern und tragen für sich selbst zum Guten und für alle, die sich darunter binden. Einmal wird das Gute oder vielmehr Gott Sieger sein über alles, was aus der Unkenntnis im Menschen an Unheil, Tod und Vernichtung entstand.

Unbeirrt halten die Menschen der Gemeinschaft daran fest und wollen in der Tat beweisen, was ihr Glaube ist.

 

Der Name "Juda", seine Überlieferung und Bedeutung

Der Name Juda findet sich in der Jakobgeschichte im Alten Testament, wo er die Aufmerksamkeit auf sich zieht, nachdem Ruben, Simeon und Levi aufgrund ihres Fehlverhaltens ausgeschieden sind und Juda sozusagen in den Rang des Erstgeborenen aufgestiegen ist. Der Segen Gottes, der durch Jakob über seine zwölf Söhne erfolgte, war für Juda von besonderer Prägung. Diese Segensverheißung sollte weitreichende Bedeutung bekommen (1.Mose 49,8-10):

"Juda, du bist's, dich werden deine Brüder loben. Deine Hand wird deinen Feinden auf dem Halse sein, vor dir werden deines Vaters Kinder sich neigen. Juda ist ein junger Löwe. Du bist hoch gekommen, mein Sohn, durch große Siege. Er ist niedergekniet und hat sich gelagert wie ein Löwe und wie eine Löwin, wer will sich wider ihn auflehnen? Es wird das Zepter von Juda nicht entwendet werden noch der Stab des Herrschers von seinen Füßen, bis dass der Held komme; und demselben werden die Völker anhangen."

Diese Verheißung ist über die Jahrtausende hinweg mit dem Namen Juda schicksalhaft bis in unsere Zeit hinein verbunden geblieben. Sie hat mit weltlichen Belangen nichts zu tun, sondern nur mit der von Anbeginn der Zeit verhießenen göttlichen Bestimmung für den Menschen. In diesem einen Zusammenhang erfolgte auch der Segen für Juda, der zum Segen für Andere gesetzt wurde. Wie es in einer Prophezeiung schon heißt: "Ein Stern geht auf aus Jakob", was als eine Umschreibung für den Messias bedeutet. Kein Diktator, sondern ein himmlischer, guter Geist in den Herzen der Menschen will darunter verstanden sein; was in der späteren christlichen Theologie auch große Bedeutung erhielt.

Was aber das Ziel Gottes betrifft, bekräftigt die Geschichte, dass die Berufung Abrahams und die Verheißung des göttlichen Segens bereits der Anfang des Weges war, auf dem Gott der verlorenen Welt den Schöpfungssegen erneuert. Der Fluch behält nicht das letzte Wort. Jeder weitere erfolgte Segen war eine Bekräftigung des Schöpfungssegens! So wiederholte sich Gottes Handeln und Segnen, erfüllte und vollendete sich am Menschen. Das geht deutlich aus den einzelnen Geschichten hervor, die alle ihr eigenes Thema haben und doch in Beziehung zum Gesamten stehen. Auch der jeweilige Auftrag war aus Gottes Verheißung geprägt und war immer nur ein Teil eines größeren Werks.

Es waren fortan die großen Namen, die sich in den Genealogien nach den Evangelien von Matthäus (Matth.1,1-17) und Lukas (Luk.3,23-38) finden lassen, die im göttlichen Auftrag standen und den einzigartigen Glauben forderten, damit er ständig weiterwachsende Bereicherung erfahrt. Die Propheten des Alten Bundes verkündeten alsbald in starken Visionen die Gottesherrschaft, das Reich Gottes, wie auch Christus dasselbe in das Zentrum seiner Botschaft stellte. Seine Worte: "Mein Reich ist nicht von dieser Welt", erheben keinen Anspruch auf weltliche Macht. Er war der Erste aus dem Geschlecht Juda, der in dieser Klarheit den Weg zu einem Gott der Liebe zeigte. Sein Glaube an das Leben, an seinen Vater war von großer Kraft und veränderte schließlich die Welt.

In der Offenbarung des Johannes, der auf der Insel Patmos in der Verbannung lebte, erscheint erneut der Name Juda. Im Bibelvers 5,5 heißt es:

"Und einer von den Ältesten spricht zu mir: Weine nicht! Siehe, es hat überwunden der Löwe, der da ist vom Geschlecht Juda, die Wurzel Davids, aufzutun das Buch und zu brechen seine sieben Siegel."

Von einer bestimmten göttlichen Idee ausgehend, wurde der durch Jakob gesegnete Name Juda hier durch die Offenbarung neu ins Bild gesetzt. Die Verheißung spricht dafür, dass der Segen auf ewig gegeben wurde. Die Zusage, dass durch die Gnade Gottes das Verheißene bleibenden Bestand erlangen wird, klingt in den Prophezeiungen an. Die seit jeher tiefe Sehnsucht des Menschen nach Vollkommenheit und nach Teilnahme am Erhabenen in göttlicher Natur, kann in der von Christo seiner verheißenen Wiederkunft Erfüllung finden.

Die Verheißung wurde wahr am 2.Mai 1902, jedoch unter dem Namen Juda. Der Geist Gottes, der durch Christus wirksam war, ist im "Apostel Juda" wieder zum lebenden Menschen gekommen. Es war ein langer Weg mit vielen Stufen, ehe sich erfüllen konnte, was in der Segensverheißung für Juda zugrunde gelegt wurde. Die biblische Schöpfungsgeschichte, die bekanntlich eine göttliche Verheißung aus der frühesten Zeit des Menschen ist, zeigt die einzelnen Entwicklungsphasen auf. Die großen Gestalter: Adam, Noah, Abraham, Isaak, Jakob mit seinen zwölf Söhnen, Propheten des Alten Bundes, David und Jesus Christus mit seinen späteren Aposteln, erarbeiteten jeweils aus ihrer göttlichen Berufung die grundlegenden Voraussetzungen für die Menschwerdung, wie es im sechsten Schöpfungstage heißt: "Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei".

Es ist schon bemerkenswert, wie dieser einzigartige Glauben sich behaupten konnte, fast unbemerkt die Zeiten überdauerte und heute noch von seiner Kraft nichts verloren hat. Im Gegenteil, er ist umfassender und verständlicher geworden. Oft nur wenige hundert Menschen einer Gemeinschaft, die in diesem Glauben sich haben führen lassen, wie eine auffallende große Schar. Überwiegend waren es auch nur einzelne Menschen, die von dieser Gotteslehre erfasst und überzeugt waren. Die Gnade Gottes wird bleiben, solange Menschen in Demut sich beugen in dem Wesen, das dem Namen Juda als göttliche Kraft eigen ist. Der Name Juda bürgt heute für alle und alles, was Gott lobt, ihm dient und folgt.

Vorbereitungs-Phase

Eine wesentliche Voraussetzung, die zur Gründung der Gemeinschaft Apostelamt Juda führte, brachte die im frühen 19.Jahrhundert in England entstandene "Erweckungsbewegung". Zu ihr gehörten Theologen und Laien aller Kirchen und Gesellschaftsschichten. Eine der aktivsten Persönlichkeiten war Henry Drummond (1786-1860), der im Jahre 1826 eine Anzahl Geistlicher und namhafter Laien zu einer Konferenz auf sein Landschloss Albury-Park einlud. Ziel dieser und aller späteren Zusammenkünfte sollte es sein, unter Gebet und Bibelstudium die verschiedenen Deutungen prophetischer Verheißungen und die Wiederkunftserwartung zu klären. Als prominentester Teilnehmer an den Albury-Konferenzen unter den Theologen war der Prediger der national-schottischen Gemeinde in London, Edward Irving(1792-1834). Die Anschauungen und Bestrebungen des Alburykreises fielen bei ihm auf fruchtbaren Boden. Vieles in ihm ließ die Gewissheit reifen, dass die Tatsachen, die ihm im Gemeindeleben begegneten (Gebetsheilungen, Weissagungen usw.) reine Auswirkungen des Heiligen Geistes seien; welche allen zur Stärkung und Belebung dienten. In den Dienst dieser Wahrheit stellte er seine ganze Kraft. Mündlich und schriftlich legte er Zeugnis ab von den Geistesgaben. Er war überzeugt von der Wiedererweckung und Wirksamkeit des Heiligen Geistes.

Am 16.10.1831 brach das Wort der Weissagung erstmalig auch in einem offiziellen Gottesdienst hervor. In den Ereignissen erkannte Irving die Erfüllung einer lang gehegten Hoffnung und Erwartung. Schließlich räumte er den Geistesgaben einen festen Platz im Gottesdienst ein. Damit verstieß er offensichtlich gegen die Ordnung der schottischen Kirche, und wurde am 2.5.1832 aus der Londoner Gemeinde ausgeschlossen. Irving und seine Anhänger zeigten sich aber entschlossen und hielten ihre Gottesdienste an anderen Orten weiterhin ab. Aufgrund der Sachlage wurden nun - durch das Wort der Weissagung - auch die ersten apostolischen Ämter gesetzt. Nach mindestens siebzehn Jahrhunderten war durch diese Entwicklung der Weg wieder freigeworden für das Charakteramt mit den dazugehörenden Ämtern, wie sie in der Gotteslehre von Christus und seinen späteren Aposteln tief begründet waren. Damit war ein weiterer wichtiger Schritt beim Aufbau des apostolischen Werkes getan.

Mit dieser Bereicherung bleibt der Name Irving eng verbunden. Als erfolgreicher Prediger, mit seiner Popularität und Ausstrahlungskraft, hat er der neuen Bewegung entscheidend zum Durchbruch verholfen. Im Jahre 1847 erfolgte die erste Versiegelung in Deutschland, wo sich die Gemeinschaft inzwischen "Katholisch-apostolische Gemeinden" nannte. Nach dem Tode von Woodhouse (1805-1901), dem letzten der zwölf englischen Apostel, wurden keine Berufungen im Amt mehr vorgenommen. Die Gemeinden haben ihre Wiederkunftserwartung aber nicht aufgegeben.

Das apostolische Geistesgut, was sich hier auf der Grundlage des Zeugnisses allmählich wieder entwickelt hat, wurde bewusst als die Vorstufe einer wahren apostolischen Basis verstanden nach dem Vorbild der urchristlichen Gemeinde. Wenn auch die geschichtlichen Wurzeln für die apostolische Bewegung noch viel weiter zurückgehen, so war für die Wiedererweckung der Grundlagen für den apostolischen Glauben der Alburykreis zwingend. Es waren wichtige Voraussetzungen, für die spätere Gründung der Gemeinschaft "Apostelamt Juda".

 

Gründung, Lehre und Leben der Gemeinschaft

Die Gründung der Gemeinschaft "Apostelamt Juda" erfolgte am 2.Mai 1902 durch Julius Fischer (1867-1923). Er wurde 1896 Mitglied in der neuapostolischen Bewegung, wo er im damaligen Stamm Ephraim versiegelt wurde. Sein Interesse für die neue apostolische Lehre war groß und sollte sein weiteres Leben maßgeblich verändern. Durch seine Aktivitäten entstanden in Zehdenick, seinem damaligen Wohnsitz, und in den umliegenden Ortschaften neue Gemeinden, die er später auch als Bezirksältester betreute. Insgesamt waren acht Gemeinden seiner Leitung unterstellt.

Um die Jahrhundertwende kam es zwischen Fischer und der Leitung der neuapostolischen Gemeinde, im besonderen mit dem damaligen Hauptleiter Apostel Fritz Krebs, zu erheblichen Auseinandersetzungen. Fischer seine Ansichten über Lehrfragen und die oft diskutierte Naherwartung haben ihn zu einer abweichenden Auffassung gegenüber der neuapostolischen Glaubenslehre kommen lassen. Um die Differenzen beizulegen, blieben alle Versuche erfolglos. Es kam schließlich zu seinem Ausschluss und der seiner ihm anvertrauten Gemeindemitglieder. Fischer betonte später, mit seinen Erkenntnissen in der neuapostolischen Gemeinde nicht allein gestanden zu haben. Der Apostel Krebs habe sie mit ihm geteilt. Trotz aller Konflikte, hielt er weiterhin die regelmäßigen Zusammenkünfte in gewohnter Weise mit denen ab, die seine Glaubensanschauung sich zu eigen machten.

Innerhalb eines Abendgottesdienstes am 2.Mai 1902 in Zehdenick, hatten Fischer und alle Anwesenden ein Erlebnis, das für die weitere Entwicklung bestimmend wurde. Während Fischer über seinen Gottesglauben und die augenblickliche Situation ausführlich sprach, rief plötzlich, ohne ersichtlichen Grund, der Bruder Schröder folgende an Fischer gerichtete Weissagung in die Gemeinde: "Siehe, es hat überwunden, der da ist vom Geschlecht Juda, die Wurzel Davids, aufzutun das Buch und zu brechen seine sieben Siegel; Juda aber ist der Name, den du tragen sollst für Zeit und Ewigkeit. "Gleichzeitig wurde von einigen der Anwesenden, die mit der Gabe des Gesichtes begnadet waren, eine Lichtgestalt gesehen, die segnend ihre Hände über Fischer seinem Haupt hielt. Durch weitere Weissagungen, die nun auch von anderen Teilnehmern einsetzten, wurde der Name Juda immer wieder hervorgehoben und Fischer als Apostel bezeichnet. Die Menschen der damaligen Gemeinde hatten zwar die Erwartung der Wiederkunft, wie viele andere auch, doch wie es sich dann an diesem Abend vollzog, ließ alle menschliche Vorstellung vergessen. Hier lief ein Vorgang aus der Unsterblichkeit ab, der ebenso wie alle anderen Segnungen in der zurückliegenden Zeit, einen Menschen aus der Gnade Gottes erreichte und nun neu durch den Menschen zum Menschen wirksam werden sollte (Off.Joh.5,V.5). Ein Teil der heute in der Gemeinschaft lebenden Mitglieder kannten noch Zeitzeugen von diesem erregenden Ereignis, die bis zu ihrem Lebensende noch immer unter dem Eindruck dieses Geschehens standen und davon begeisternd zu erzählen wussten.

Dieses außergewöhnliche Berufungserlebnis mit der darin göttlichen Segnung von Fischer zum "Apostel in Juda", war auch die göttliche Legitimation, die zur Gründung der Gemeinschaft "Apostelamt Juda" führte. Folgerichtig hat Fischer diesen Tag zum Ausgangspunkt der Endzeit, zum Beginn einer neuen heilsgeschichtlichen Epoche erklärt. Alles was vor diesem Zeitpunkt liegt, hatte nur vorbereitenden Charakter. Die von Christus verheißene Wiederkunft des "Trösters der Wahrheit", als Geist Gottes, stellt durch Apostel in Juda den neuen Bund zwischen der Ewigkeit und Zeitlichkeit her. Somit erfüllte sich die Segensverheißung unter dem Namen Juda, durch die das Gotteswerk seine Vollendung finden soll. Hier brach Fischer ebenso konsequent mit seiner neuapostolischen Vergangenheit wie mit den Grundprinzipien allgemein christlicher Kirchenlehre.

Im Bewusstsein der göttlichen Berufung erfolgte nun der intensive Aufbau der Gemeinschaft, entsprechend dem in der Off.Joh.4 skizzierten Bild. Gesegnet und ausgestattet mit der Kraft "Binden und Lösen" wurden die nachfolgenden Ämter zur Pflege der Seelenhirtenschaft innerhalb der Gemeinschaft gesetzt: Apostel, Prophet, Evangelist und Hirte als das vierfache Charakteramt, dann Bischof, Ältester, Priester, Diakon und Unterdiakon, dazu die weiblichen Hilfsämter: Diakonissin, Prophetin und Evangelistin. Fischer, als Apostel in Juda, und alle gesetzten Ämter strebten mit den neuen Voraussetzungen ein Gemeinschaftsleben entsprechend dem Urchristentum an. Dazu gehörten die siebenfachen göttlichen Geistesgaben, welche im Heiligen Geist begründet sind. Sie waren sich bewusst, dass diese hohen Werte gefordert werden, wenn sie in vollem Ernst und Eifer dem lebendigen Gott und damit dem Menschen dienten. Auf dieser Grundlage und dem mit neuem Leben erfüllten Glauben entwickelte sich nun das Werk Gottes, trotz Hohn und Spott von vielen Seiten.

Die Aufnahme neuer Mitglieder geschah - wie heute noch durch Handauflegung der Apostel und mit Gebet (Versiegelung). Diese urchristliche Handlung hat mit der Sendung am 2. Mai 1902 eine neue Dimension durch den von Christus verheißenen "Tröster", dem Geist der Wahrheit, erhalten. Es war die Übermittlung des göttlichen Geistes, was vom Grund und dem Wort von einst ausgeht: "Auf wen sie die Hände legten wurden voll des Heiligen Geistes". Die Menschen spürten das Neue und entdeckten den Gewinn göttlicher Erkenntnis. Eine wahre Neugeburt im Geist und in der Wahrheit Gottes! Im Bewusstsein dieser Tatsache und dass unter allen Wesen der Mensch berufen ist zum Gestalter der irdischen Wirklichkeit zu werden, erkannten sie den Weg und dass es von ihnen selbst abhängig war, ob sich der Sinn ihres Daseins hier auf Erden erfüllt. Welches dieser Sinn ist und was es mit dem Menschen auf sich hat im Gesetz Gottes, das zeigte dem Menschen der Gemeinschaft das Licht der ewigen Wahrheit. Der freigewordene Weg führte zielstrebig zur Menschwerdung, die im gemeinschaftlichen Glauben ruht und wo die Sprache des Herzens oder vielmehr die Liebe Gottes wieder Bedeutung gewann. Durch die Versiegelung befanden sich die Menschen in einer neuen Lage zu Gott; sie genossen eine Gemeinschaft mit ihm, die auf einem Bund aufbaute, wie sie schließlich von Anfang her versprochen war. Die Sendung unter Juda bekam für die Gemeinschaft immer größere Bedeutung und Qualität.

Die politische, wirtschaftliche und religiöse Krisensituation während des ersten Weltkrieges und der Zeit danach, hat in keiner Weise die Entwicklung der Gemeinschaft beeinträchtigt, sondern im Gegenteil, je größer der äußere Druck wurde, um so stärker setzte sich der Glaube aus der Gemeinschaft an den lebendigen Gott durch. Mit bemerkenswertem Elan hat sich Fischer in dieser Zeit in Wort und Schrift für das Recht Gottes unter Menschen engagiert. Die Gemeinschaft hat nie aufgehört in all den Jahren ihre Gott-Anschauung frei und klar zu verkünden.

Regelmäßig wurden die Gottesdienste sowie Ämter- und Geschwisterstunden abgehalten. Der Gottesdienst vollzog sich - wie heute noch - in folgender Weise: Nach dem Eingangslied folgt das Einleitungsgebet des leitenden Amtes, Weissagung - sofern Träger dieser Gabe anwesend sind - dann ein weiteres Lied mit anschließender Predigt, wo nach Ermessen des leitenden Amtes auch alle anderen Ämter zum Dienen gebeten werden können. Zum Schluss erfolgen alle anstehenden Handlungen: Versiegelung, Taufe, Konfirmation, Trauung, Abendmahlsfeier, Krankenhandlung sowie Geburtstags-, Mutter- und Reisesegen, auch Danksagung für zurückliegende Handlungen. Dem folgt das Abschlussgebet und Lied. Für die Tätigkeit innerhalb der Gemeinschaft erhält niemand materielle Vergütung. Alle Glieder der Gemeinschaft leben entsprechend dem Grundsatz:

"Umsonst habt ihr's empfangen, umsonst gebt es auch"(Matth.10,V.8).

Die Gemeinschaft hat weder früher noch heute Mitgliedsbeiträge erhoben. Alle anfallenden Unkosten werden durch freiwillige Spenden aufgebracht.

Am 2. März 1923 starb Julius Fischer, der Gründer der Gemeinschaft "Apostelamt Juda". Die Leitung übernahm nun Adolf Tschach(1891-1981), der am 24. September 1922 bereits zum "Apostelbischof in Juda" eingesetzt und von Fischer zu seinem Nachfolger bestimmt wurde. In seinen letzten Lebenstagen bestimmte Fischer noch die Eintragung der Gemeinschaft in das Vereinsregister unter dem Namen: "Gemeinschaft des göttlichen Sozialismus - Apostelamt Juda. "Mit dieser Eintragung sollte der Gegensatz, zwischen dem göttlichen und marxistischen Sozialismus, besonders hervorgehoben werden. Am 28.Januar 1924 wurde dieser Name gerichtlich bestätigt und in das Vereinsregister Berlin Mitte eingetragen.

Trotz aller erkennbarer Sympathien, die Fischer für sozialistische Ideen auch hatte, liegen primäre politische Gedankengänge der Gemeinschaft auch heute noch fern. Die wahre Verwirklichung des Idealbildes, was unter dem Begriff "Sozialismus" verstanden wird, sah er alleinig in Gott. In seiner Glaubensauffassung verband er den Sozialismus mit dem Göttlichen im Menschen. Eine göttlich soziale Lebensform, die Menschen miteinander verbindet und ihre Aufmerksamkeit auf die göttlichen Kräfte in ihnen selbst konzentrieren lässt zu ihrem Heil und Nutzen. Die Voraussetzung für diese Lebensgestaltung ruht in der göttlichen Sendung vom 2.Mai 1902. Die Gaben des Heiligen Geistes waren zum Nährboden geworden für die Gemeinschaft, von wo aus sich göttliche Merkmale im Menschen ausbildeten und schließlich ihm zum Maßstab wurden für sein Denken, Sprechen und Handeln. Er lernte und war bemüht, sich vom Gemeinschaftsgeist leiten zu lassen, selbst in allen Lebenslagen im täglichen Dasein.

Adolf Tschach, der 1918 im Stamm Philippus versiegelt wurde, übernahm mit 31 Jahren die Leitung der Gemeinschaft, als Apostel in Juda. Einige der damaligen älteren Amtsträger wollten allerdings von einer Berufung des Apostelbischofs in Juda, Tschach, zum Nachfolger von Fischer nichts wissen und zogen die Konsequenzen. Auch wenn sie alle auf der Apostelversammlung am 22.September 1922 dem ersten Meister gelobt hatten, den von ihm eingesetzten und ausersehenen Nachfolger als Apostel in Juda anzuerkennen und mit ihm gemeinsam das Werk Gottes weiterzutragen. Trotz vieler Probleme, die im Anfang seiner Arbeit vorhanden waren, blieb innerhalb der wieder wachsenden Stämme seine zentrale Stellung unangefochten. Sein Glaube und Gottvertrauen waren stärker, als alle Sorgen, die ihm der menschliche Geist bereitete. Man sah in ihm den Apostel, der in den Seelen der Menschen lesen und Außergewöhnliches vollbringen konnte. Viele Geschichten wurden darüber überliefert. Unter seiner Leitung setzte erneut eine intensive Arbeit in der ganzen Gemeinschaft ein. Bemerkenswert bleiben hierbei die großen Erfolge in Schlesien. Die von Fischer herausgegebene Zeitschrift: "Wahrheitskunde - die Revolution auf dem seelischen Gebiet - ,erschien weiterhin unter seiner Leitung. Mit der Nationalsozialistischen Machtübernahme wurde die Öffentlichkeitsarbeit erheblich eingeschränkt. Mit der Außerkraftsetzung der Grundrechte wurde auch das Vereins- und Versammlungsrecht beseitigt, was zum Verbot der Zeitschrift "Wahrheitskunde" und zur Auflösung der ganzen Gemeinschaft führte. In diesen schweren Jahren wurden Gottesdienste nur noch in kleinsten Kreisen, oft nur in den einzelnen Familien abgehalten. Apostel Juda blieb für sie alle der, der er immer war! Mit dem Ende des Krieges im Jahre 1945 konnten mit Einwilligung der Besatzungsmächte öffentliche Gottesdienste wieder gehalten werden. Auch die Gemeinschaftsarbeit setzte allseitig wieder ein. Adolf Tschach verstarb am 27. Dezember 1981 im Alter von 90 Jahren. In den knapp 60 Jahren seiner segensreichen Tätigkeit für Menschen, prägte er nachhaltig die Entwicklung der Gemeinschaft. Alle die ihn kannten, waren von ihm tief beeindruckt. Sein Weitblick und seine Lebensweisheit waren eminent. Er war für alle mehr als ein Apostel, er war der "Vater", der in allen Lebenslagen Rat wusste. Die Gemeinschaft hatte durch ihn den Charakter einer großen Familie angenommen.

Der von Fischer eingeschlagene Weg wurde von Tschach sowie später von Walter Burkert (1923-1987) und wird heute von Heinrich Matschenz ebenso zielstrebig und beharrlich fortgesetzt. Von ausschlaggebender Bedeutung bleibt hierbei die göttliche Berufung des Apostels in Juda am 2.Mai 1902! Seitdem segnet er allein seinen Nachfolger, der dann zu gegebener Zeit zwangsläufig die Leitung der Gemeinschaft als Apostel in Juda übernimmt. Dieses außergewöhnliche Amt ist heute eine historische Größe, welches durch die vergangenen Zeiten in Kraft und Wirksamkeit gewachsen ist. Wie Christus in seiner Zeit, so steht der Apostel in Juda heute als Mittler, Erlöser und Heiland unter Menschen, die Hilfe und Trost suchen sowie der Gnade und Liebe Gottes bedürfen. Der Geist Gottes ist in seiner Fähigkeit und Kraft immer der gleiche geblieben, ob durch Christus oder durch Juda heute. So haben die folgenden Worte von Christus auch für Juda heute die gleiche Gültigkeit:

"Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich"(Joh.14,V.6).

In der Glaubenslehre der Gemeinschaft ist u.a. die durch Christus erworbene "Dreieinigkeit Gottes" von zentraler Bedeutung. Diese Dreieinigkeit Gottes, als Vater, Sohn und Heiliger Geist, findet in jeder Segenshandlung für Menschen Anwendung. Gott-Vater als Sender, Sohn als Dienender und Heiliger Geist als Zeugender sind feste Begriffe, die ausschließlich mit dem lebenden Menschen zu tun haben und mit ihm eine Vereinigung erstreben. Gemeint ist ein Gemeinschaftsakt, in dem Gott und Mensch zu einer Einheit verschmelzen.

Unter "Gott-Vater" werden die heilig Entschlafenen unter dem Geschlecht Juda verstanden. Dieses Jenseits ist kein ferner, örtlich verstandener Himmel, sondern hier auf Erden unter lebenden Menschen. Es ist die Unsterblichkeit, wo zu jeder Zeit aus ihr der göttliche Sendungsauftrag zum Menschen in die Zeitlichkeit kam. Auch Christus sprach hier in direktem Zusammenhang von seinem Vater, wie im Joh.14-16, u. berichtet wird. Seine Worte erfüllten sich am 2. Mai 1902. Diese göttliche Verbindung zwischen der Unsterblichkeit und Zeitlichkeit heute, lässt sich mit einem Stromanschluss vergleichen, der alle Glieder der Gemeinschaft verbindet und aus dem Reservoir der Ewigkeit mit geistiger Energie oder vielmehr mit Licht und Wahrheit versorgt. Der "Sohn als Dienender" ist der lebende Mensch in der Zeitlichkeit, der durch die Versiegelung den Tröster, den Geist der Wahrheit, empfangen hat und in der heiligen Gemeinschaft eingebunden wurde. Mit dieser Segenshandlung wird zugleich der menschliche Geist gereinigt, damit die im Menschen vorhandene Lebenskraft, die auch als Seele, Gott oder ewig Heiliger Geist bezeichnet wird, über den geheiligten Geist des Menschen in Wirksamkeit treten kann. Der "Heilige Geist als Zeugender" wird im Wort und in der Tat wieder offenbar. Die darin enthaltenen himmlischen Gaben und der göttliche Ideenreichtum in seinem unerschöpflichen Ausmaß dienen erneut dem Menschen. Seine Besonderheit wurde von Christus treffend hervorgehoben in seinen Worten:

"Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen"(Matth.18,V.20).

Dieser Geist führt und vereinigt die Menschen, er zentralisiert die guten Kräfte über die Herzen und wirkt gemeinschaftsbildend. Der Glaube an diesen lebendigen Gott und damit an den Menschen findet seine Erfüllung da, wo es zur Verschwisterung göttlicher Elemente im Menschen kommt. Die unterschiedlichen Gaben, die im Heiligen Geist begründet sind, verteilen sich über alle Glieder der Gemeinschaft und dienen dem Gemeinwohl. In allen göttlichen Handlungen, die durch Menschen für Menschen getätigt werden, kommen die lebendigen Kräfte im Geist der heiligen Gemeinschaft in Juda zum Tragen. Sie stehen in konzentrierter Form jedem Mitglied zur Verfügung, zu seinem Heil, Trost, Schutz, seiner Hilfe und Gesundheit. Dieses heilige Gut, was als Gnadengeschenk Gottes verstanden wird, wirkt im Glauben, in der Reinheit der Herzen, in der Demut und in der Liebe unter allen innerhalb der Gemeinschaft.

Gott ist das Leben, eine heilige und unendliche Macht, die als Schöpfer Ursache allen Naturgeschehens im ewigen Lebensgesetz ist. Sie trägt sowohl die Zeitlichkeit als auch die Ewigkeit und lässt sich trotz aller Bemühungen mit dem menschlichen Verstand allein nicht begreifen, auch wenn der Mensch denkt, er wusste alles. Es ist die dominierende Lebenskraft, wo ein Quäntchen davon auch im Menschen vorhanden ist. Jene Kraft, die weder sichtbar noch fassbar ist, bleibt als die ewige schöpferische Allmacht und ist keine personale Gestalt! Gott ist Geist, er ist das Leben und wohnt nicht irgendwo an einem geheimnisvollen Ort, sondern ist die Seele, der unsterbliche Teil im Menschen. Hier im Herzen will Gott "als Herr" erkannt sein! Das ist der Glaube an den sogenannten "Gott im Fleische". Der Mensch, als die Krone der Schöpfung, soll Träger des göttlichen Rechtes im Rahmen der großartigen Schöpfung auf Erden sein. Er allein ist in der Lage Macht und Herrlichkeit Gottes zu empfangen und auf alles übrige Erschaffene auszustrahlen. Die Rückbesinnung auf seine Bestimmung ist daher von Bedeutung für die gesamte Schöpfung, aber vor allem für ihn selbst.

Durch den Geist der Gemeinschaft werden die im Menschen vorhandenen göttlichen Werte verstärkt gefordert, was den Wandel des eigenen Menschen begünstigt. Die Persönlichkeit, das Unteilbare, was die Besonderheit eines Menschen ausmacht, kann auf wunderbare Weise zur Entfaltung wahrer Menschlichkeit kommen. Es bleibt im letzten Grunde das Streben nach Göttlichkeit, das sowohl die innere Unfreiheit des Menschen als auch die Jenseitigkeit Gottes zu überwinden sucht, so dass dieser Wandel die endliche Antwort des Menschen auf die Menschwerdung Gottes sein kann. Ohne die Gnade Gottes gäbe es diese großartige Möglichkeit der Menschwerdung nicht, die sich hier dem Menschen bietet in der Segensverheißung unter Juda. Für diese Entwicklung zum Göttlichen, gehen von den Apostelversammlungen entscheidende Impulse aus. Es sind Bindungen von besonderer Tragweite, die im gemeinsamen Willen aller Anwesenden getragen werden und erhebliche Kräfte freisetzen können.

Das Wort der heutigen Botschaft kommt wieder aus dem Herzen des Menschen, der erschlossenen göttlichen Quelle, wo Licht, Leben, Liebe und Wahrheit hervorgehen. Sie ist die gleiche Botschaft wie vor zweitausend Jahren, universal und gültig für alle Menschen, die heute neu in die Geschichte eintritt. Ein Bibelstudium oder theologische Vorbildung ist hierzu nicht notwendig. Trotzdem wird die Bibel nicht abgelehnt; letzten Endes soll sie jedem Menschen zu seinem Nutzen dienen. In den Gottesdiensten sprechen die dienenden Ämter nicht in eigenem Namen oder nach einem vorbereiteten Konzept, sondern sie folgen ihrem Herzen oder vielmehr dem Geist der Gemeinschaft, wo Gott hörbar wird durch sein Wort. Die Botschaft kommt aus dem Heute und ist für den Menschen der Gegenwart bestimmt. Sie kommt nicht durch den toten Buchstaben, sondern durch den Geist der Wahrheit, wo Gott und Mensch wieder übereinstimmen und ein Ganzes bilden.

Der Glaube an Juda, in seiner Wiederkunft heute, hat seine Qualität und kann für die göttliche Gnade am Menschen bürgen. Es sind die von altershehr wirksamen Kräfte im göttlichen Geist, die durch den Menschen Ausdruck werden und ihm dienen zum Heil und Frieden. Die Verwirklichung der Menschwerdung kommt allein aus diesem Glauben an Juda. Er fängt jedoch nicht da an, wo der Verstand am Ende ist, sondern wo der Widerstand gegen Gott aufhört und als eine Gabe Gottes verstanden wird. Aus diesem lebendigen Glauben kommt auch die wahre Menschlichkeit, auf die der Mensch immer angewiesen bleibt, wenn er wird zukünftig überleben wollen. Dieser kraftvolle Glaube an Gott, der die Menschen dieser Glaubensgemeinschaft prägt, war stets ein forschender, der nie stagnierte und mit Dogmen sich zufrieden gab, sondern nach der Wahrheit suchte, die aus dem alles umfassenden Lebensgesetz hervorgeht, dem Urquell Gottes, Schöpfer aller Dinge. Diese Lebenskraft, die nicht nur im Universum und hier auf der Erde wirksam ist, sondern auch im Menschen, hält alles in ihrem Gesetz. Nichts kann diesem Gesetz entfliehen und nichts geht verloren. Die Lebenskraft lässt den Menschen an das Licht der Welt kommen und ruft ihn auch wieder ab aus seinem irdischen Dasein. Es gibt keine Macht des Menschen, die an diesem Wunder etwas ändern konnte. Gott und Mensch bleiben untrennbar miteinander verbunden. Deshalb soll hier besonders betont werden, dass der Glaube an Gott nutzlos ist, wenn nicht an den Menschen geglaubt wird! Ein Glaube an das Gute oder vielmehr an Gott ohne den Glauben an das Gute im Menschen wird niemals dem Menschen geben, was er von Gott glaubt und ihn hoffen lässt. Ob das Paradies nach dem Tode in Erscheinung tritt oder nicht, weiß kein Mensch; sicher ist nur das, was Christus schon sagte: "Ich bin das Leben." Die Lebenskraft kann nie tot sein; alles was aus dieser Kraft lebt, also auch der Mensch, ist Leben und wird nie tot sein. Das Leben wird bleiben bis in alle Ewigkeit in seinem unwandelbaren Gesetz. Gott, ewiges Leben ist in allen Dingen der Schöpfung vorhanden und letzten Endes auch im Menschen. Das ist der Gott im Fleische, an den sich der Glaube heute richtet. Es ist das Gute im Menschen, was eine Fülle von Qualitäten vereinigt, die im Gemeinschaftsgeist allen und jedem zum Heil und Nutzen dienen.

Mit dem Menschen, der im Geist Gottes - Tröster der Wahrheit - in der erfolgten Wiederkunft die Chance einer geistigen Erneuerung sucht, ist nicht an eine Verbesserung auch nicht an eine Reparatur schadhaften Menschsein gedacht, sondern vielmehr an eine revolutionäre Wandlung von Gott her, die in seinem Herzen beginnt und im menschlichen Denken, Reden und Handeln erkennbar und erlebbar wird. Dieser Prozess lässt Menschen zu Brüdern und Freunden wieder werden, die sich untereinander lieben, dienen, fürchten und vertrauen können. Die Menschlichkeit steht im Vordergrund und ist anders, als die allgemein übliche Gesinnung, hinter der sich oft eigensüchtige Interessenvertretung und verkappte Unmenschlichkeit verbergen. Es ist auffallend, wie hier die göttlichen Normen, wie sie u.a. in den Zehn Geboten G o t t e s von Moses und in der Bergpredigt von Christus vorliegen, die das Verhältnis des Menschen zu Gott, seinem Nächsten und seiner Umwelt regeln, von der heutigen Gesellschaft fast völlig ignoriert werden. Der Weg in die Zukunft ohne Gott, ohne die Kräfte des Glaubens und Herzens werden für den Menschen zum Todesmarsch. Der Mensch sollte sich wieder darauf besinnen, dass der lebendige Gott der Herr der Schöpfung und der Mensch nur ein Teil darinnen ist. Das verpflichtet ihn, Gottes Schöpfung und vor allem seinen Mitmenschen zu ehren, zu achten und ihm zu dienen in der Liebe des Lebens. Das erfordert natürlich ein Abrücken von seinem eigenen "Ich" und zurück zum "Wir", zu Gott. Der Hinweis in der Bergpredigt:

"Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen"(Matth.5,V.5),

macht deutlich, daß der Glaube an Gott und den Menschen nicht nur unsterblich, sondern für ein sinnvolleres Leben für den Menschen im verheißenen Reich Gottes hier auf Erden, auch unverzichtbar ist und bleiben wird.

Das "Reich Gottes", wie es die Propheten des Alten Bundes in starken Visionen schon verkündeten und Christus dasselbe in den Mittelpunkt seiner Botschaft stellte, wird auch heute im Apostelamt Juda nicht anders verstanden. Dieser sehnlichste Wunsch nach dem Reich Gottes auf Erden, ist heute für den Menschen der Gemeinschaft wirklichkeitsnah. Es ist das himmlische Reich mit all seinen Werten im Menschen selbst; es ist mitten unter den Menschen, deren Grundgesetz die "Liebe des Lebens" ist! Es ist keine Illusion, sondern wahre Wirklichkeit geworden. Der Weg in das Reich Gottes führt jedoch über die Veredelung des Menschen und nicht über das apokalyptische Weltgericht. Die Erfüllung der Segensverheißung für Juda in ihrer außergewöhnlichen Tragweite, gewinnt für den Menschen heute in der Gemeinschaft feste Konturen. Es hat nichts mit weltlichen Belangen zu tun, sondern alleinig mit der Seele des Menschen. Wo zwei und mehr Menschen im gemeinsamen glauben sich finden, ist Gott gegenwärtig und mit den Menschen vereint in seinem Reich. Göttliche Handlungen, göttlicher Friede und Segen sowie die Liebe des Lebens werden nur aus diesem Reich dem Menschen geboten, niemals von woanders her. Gott war zu jeder Zeit in seinem Wort und in seinen Taten nur durch Menschen hörbar und wirksam. Gott und Mensch gehören seit jeher zusammen und bleiben für ewig unteilbar! Wenn das vom Menschen erst begriffen wird, dann öffnet sich auch das Tor zum Himmel oder vielmehr zum Reich Gottes; was nicht erst im Jenseits zu erwarten ist, sondern bereits dort vorhanden ist, wo Menschen sich miteinander bemühen im Geist Gottes zu leben und hier auch ihr Dasein gestalten. Aus dem Werdegang der Gemeinschaft lässt sich bis heute eine geradezu meisterliche Entwicklung erkennen, die dem Ganzen und damit dem einzelnen Menschen auf wunderbare Weise diente.

Weitere Informationen unter: http://www.apostelamt-juda.de