Gedanken des Autors

 

Heinrich Matschenz

Autor der Bücher

1. Wiederkunft Christi am 2.Mai 1902 im Apostelamt Juda

2. Licht Gottes im Apostelamt Juda

3. 100 Jahre Apostelamt Juda

Ich habe mich bemüht, über die Gott-Anschauung zu schreiben, die von der Gemeinschaft Apostelamt Juda seit ihrer Entstehung vertreten wird. Es ist der gleiche Gott, von dem Jesus Christus sprach: »Ich bin das Leben«.

Dieser Gottesglaube, den Christus mit besonderer Intensität lebte und den Menschen in einem völlig neuen Licht sehen ließ, hat bis heute von seiner Kraft nichts verloren und ist für den Menschen im Apostelamt Juda wieder von zentraler Bedeutung. Christus war sich seiner göttlichen Berufung bewusst und konnte aus dem Geist der Wahrheit deutlich machen, wer Gott und sein Vater sind.

Daher konnte er auch aus seiner damaligen Erkenntnis die Wiederkunft seines Vatergeistes (Tröster der Wahrheit) zusagen, der zum lebenden Menschen wieder kommt, wenn die Zeit dafür reif sein wird.

Diese geistige Erwartung erfüllte sich mit der Segnung von Julius Fischer (1867-1923) zum Apostel in Juda am 2. Mai 1902.

Es war die göttliche Legitimation, die zur Gründung der Gemeinschaft Apostelamt Juda führte. Mit diesem außergewöhnlichen Berufungserlebnis von Fischer teilte sich Gott grundlegend in einem neuen Licht dem Menschen mit. Es ist der »Gott im Fleisch«, wie ihn die Apostel im Urchristentum bereits gesehen haben. Gott ist das Leben, eine unermessliche Kraft, die als Schöpfer Ursache allen Naturgeschehens im ewigen Lebensgesetz ist. Sie trägt sowohl die Zeitlichkeit als auch die Ewigkeit und lässt sich, trotz aller Bemühungen, mit dem menschlichen Verstand allein nicht begreifen, auch wenn der Mensch denkt, er wüsste alles. Ohne diese Urkraft wäre nichts! Daher wird zu Recht das Leben mit dem Wort »Gott« bezeichnet. Gott ist nicht zu personifizieren, sondern er ist Geist und Wahrheit. Er wohnt auch nicht irgendwo an einem geheimnisvollen Ort, sondern ist das Quäntchen Leben, die Seele, der unsterbliche Teil im Menschen. Daher gehören Gott und Mensch seit jeher zusammen und bleiben für ewig unteilbar!

Wenn das begriffen wird, dann öffnet sich auch das Tor zum Himmel bzw. zum Reich Gottes, was nicht erst im Jenseits zu erwarten ist, sondern bereits dort vorhanden ist, wo sich Menschen miteinander bemühen im Geist Gottes zu leben, aber auch ihr Dasein auf der Erde gestalten. Der Mensch braucht nur anzuerkennen, was die ewige Kraft, als das Lebensgesetz in Wahrheit schon immer war: »Gott ist das Leben!« Der Glaube an das Leben, an das Gute im Menschen und damit an Gott, kommt schließlich aus der gewonnenen Erkenntnis, was dieses alles umfassende Lebensgesetz ist.

Die Mühe lohnt sich immer, dieses Gesetz zu erkennen und sich einzuleben, aber auch zu erfüllen, was einst Christus in seiner Botschaft dem Menschen gab. Werden diese Gedanken aufgenommen, löst sich für den Menschen die Gottesfrage ganz von selbst. In dem Wort von Christus: »Ich bin das Leben«, liegt der Schlüssel für das Tor, das zu Gott führt. Dieses Geheimnis blieb für den menschlichen Geist bisher verborgen. Selbst heute fällt es noch schwer, dem Gedankengang, der in dieser Gott-Erkenntnis ruht, zu folgen. Wer auf diesem Weg sein Verhältnis zu seinen Mitmenschen und damit zu Gott in Ordnung bringt, der kommt innerlich zur Ruhe. Alle frühere Unsicherheit und Lebensangst weichen dann vor einer bis dahin nie gekannten Geborgenheit. Das ist ganz verständlich, denn wo könnte er sich je geborgener fühlen als bei dem, der den Menschen erschaffen hat, dem Urgrund alles Seins.

Wenn auch die sogenannte moderne Welt es mit sich gebracht hat, dass dem Menschen es gelungen ist, das irdische Leben so reich und vielseitig zu machen, dass er offenbar Gott und der Ewigkeit nicht mehr bedarf, so bleibt er aber doch ein Abhängiger dieses Lebensgesetzes. Diese Kraft lässt den Menschen an das Licht der Welt kommen und ruft ihn auch wieder ab aus seinem irdischen Dasein, wenn seine Stunde kommt. Niemand kann mit Gott Kompromisse machen, noch vor ihm weglaufen, er holt jeden Menschen ein! Es gibt keine Macht des Menschen, die daran etwas ändern könnte. Die ganze Schöpfung mit ihrer unerhörten Zweckmäßigkeit und Präzision funktionierender Konstruktionen ist aus der Lebenskraft hervorgegangen. Beeindruckend ist hierbei die Tatsache, dass das ganze, so überaus vielfältige Leben auf der Erde, wie ein riesig großer Organismus ein »einheitliches Ganzes« bildet, bei dem sich alle Teile miteinander in Einklang befinden. Kein Lebewesen kann für sich allein existieren, eins ist auf das andere angewiesen. Keines kann aus der großen Gesamtordnung ausbrechen, es würde von den anderen unweigerlich in seine Schranken zurückverwiesen. Selbst der Mensch bleibt nicht ungestraft, wenn er das Naturgeschehen durch Missachtung seiner Regeln gewaltsam stört. So bildet der Mensch mit der Flora und Fauna seiner Heimat eine lebendige Einheit, eine Harmonie der verschiedenartigsten Teile unter der Idee des Ganzen. Tiefe Ehrfurcht erfüllt den Menschen erst, wenn er in das Weltall hineinschaut, wo es Milliarden Sternensysteme gibt, und wo Entfernungen in Milliarden Lichtjahren gemessen werden. Wem Gott eine Wirklichkeit ist, der ist voll und ganz davon überzeugt, dass diese Lebenskraft noch über Welten herrscht, die unendlich viel erhabener und andersartiger sind als der Planet Erde. Es ist nicht nur der sichtbare Bereich der Schöpfung, sondern vielmehr, was der Mensch nicht sieht. Welcher Mensch kann ahnen, wie groß Gott ist, diese ewige Lebenskraft?! Deshalb sollte der Mensch endgültig alle Bemühungen aufgeben, Gott mit seinem Verstand allein begreifen zu wollen, denn wenn er schon seine Werke nicht zu fassen vermag, wie viel weniger dann ihn, der die ganze Schöpfung aus dem Nichts ins Dasein rief. Es kann sich also bei ihm nur um eine "geistige Kraft" handeln. Da er auch den Menschen schuf, sind die Menschen als verantwortungsfähige mit Geist ausgerüstete Wesen ihm als der allerhöchsten Autorität in stärkstem Maße Verantwortung schuldig. Der Mensch ist nicht der Nabel aller Dinge! Es gibt etwas, das mehr ist als der Mensch mit seinem Geist, das ihn verpflichtet und, das kann er sich nicht nach Belieben aussuchen. Ein geistiger und körperlicher Mensch bleibt immer Gesetzen unterworfen, die viel geheimer, aber ebenso unerbittlich sind, wie die Gesetze der Sternenwelt.

Es bleibt dabei: Der Mensch ist der Gipfel des Geschaffenen im Gesetz des Lebens, aus dem er hervorging um seinen göttlichen Auftrag auf Erden zu erfüllen hat. Er ist ohne sein Zutun aus der Evolution geworden und konnte dank seiner Intelligenz seine weitere Entwicklung in großem Maße selbst bestimmen. Er ist zum Herrn der Erde geworden. Wehrloser als je zuvor liegt mit diesem Ereignis das Schicksal so ziemlich des gesamten Erdenlebens in seiner Hand. Trotzdem bleibt er aber ein Gefangener im Gesetz des Lebens! Offenbar muss ihn seine Vergeistigung weit in der vorgeschichtlichen Zeit so erfasst haben, dass sie ihn zum Bewusstsein einer »über seine Natur« hinausgehenden Idee vom Werden des Menschen im göttlichen Geist führte. Es entstand die von Gott ausgehende Schöpfungsgeschichte mit den darin enthaltenen Bildern der sechs Schöpfungstage. Sie ist nach heutigem Verständnis eine göttliche Verheißung. Sie leuchtet vom Werden des Menschen im sechsten Schöpfungstage aus der ältesten Erinnerung des Menschen über die Jahrtausende ihrer Geschichte hinweg, bis in die heutige Zeit hinein. Sie war von jeher bestimmend - wie die Geschichte belegt - und wird es bleiben bis sich erfüllt: »Lasset uns den Menschen machen nach unserem Ebenbild und Gleichnis.« Es ist Heilig, was den Menschen werden lässt, es ist »das Göttliche«! Es lässt sich nur im Menschen finden und nicht in den Weiten kosmischer Räume. Gott wirkt seit jeher durch Menschen für Menschen in seinem Geist. Hier darf aber der Mensch nicht groß sein und über alle anderen Menschen stehen, sondern er muss so klein wie möglich werden und sich bemühen diesen Gott, den »Gott im Fleisch«, in sich selbst anzubeten, denn der Tempel Gottes war schon immer im Menschen. Von hier kamen seine Offenbarungen, wie auch heute noch. Große und edle Menschen haben bis heute aus dieser Quelle, als dem göttlichen Geist, ihre Botschaften gebracht und ihr Handeln abgeleitet, sowie den Weg gezeigt, der zum wahren Menschen und damit zu Gott führt. Es ist schon merkwürdig, wenn die Religion bzw. jede christliche Glaubensgemeinschaft den Anspruch erhebt, dass nur sie vor Gott die wahre und auserwählte Schar wäre. Was die Gemeinschaft Apostelamt Juda von sich aus nicht behauptet. Sondern sie vertritt grundsätzlich die Auffassung, dass das Gesetz Gottes und die Gebote von Christus ausschlaggebend sind für das Leben des Menschen, der an Gott glaubt »Du sollst Gott deinen Herrn lieben, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüte«, und »du sollst deinen Nächsten lieben, als dich selbst.« Denkt der Mensch nur ein wenig über diese zwei Gebote von Christus und das Lebensgesetz nach, dann erkennt er sich nicht nur selbst, sondern begreift was der andere Mensch mit dem er lebt, für ihn bedeutet und was er ist. Gott zu lieben und an ihn zu glauben ist bekanntlich nicht schwer, das kann jeder nach seiner eigenen Vorstellung, doch seinen Nächsten zu lieben als sich selbst und damit das zweite Christus Gebot zu erfüllen, ist sicher nicht leicht. Wenn sich aber, wie im Apostelamt Juda, durch das Gemeinschaftsleben der Menschen untereinander zeigt und beweist, dass es unter den lebenden Menschen im kleinen schon Glück und Frieden geben kann, dann dürfte wohl der Beweis dafür erbracht sein, dass es auch im großen geht, wenn nur der gute Wille dazu vorhanden ist. Die Nächstenliebe oder Liebe zum Menschen kann nur durch die Erkenntnis über das Gesetz des Lebens (Gott) erlangt werden und niemals aus der Welt, die nur auf eigenen Nutzen und Vorteil bedacht ist. Je intensiver sich der Mensch mit dem Lebensgesetz beschäftigt, um so tiefgründiger erkennt er die Zusammenhänge, die ihn mit diesem Gesetz verbinden. Er wird erkennen und begreifen, dass er doch nur ein Winzling ist, dass alle Menschen in diesem Gesetz Gottes gleich sind, einer wie der andere. Egal welche Hautfarbe sie haben, ob sie Christen, Mohammedaner, Buddhisten oder sonst wer sind, es sind alles Geschöpfe Gottes. Christliche Nächstenliebe ist nicht nur bei den Christen, sondern wirkliche Christen-Nächstenliebe ist bei allen Menschen dieser Erde. Mit allen Menschen in Frieden leben, für ihr Glück zu arbeiten, damit das eigene Glück gesichert wird, ist die höchste Aufgabe für den Menschen, der den Sinn des Lebens erfasst hat.

Es ist keine leichte Aufgabe, aber unlösbar ist sie nicht! Das Gute kommt nicht aus den blauen Lüften zum Menschen, sondern das Gute kommt genauso wie das Böse, durch den Menschen zum Menschen. Beides liegt in ihm selbst, das Gute und das Böse, das was sich als Widerstreit in der Brust eines jeden einzelnen Menschen bemerkbar macht. Erkennt sich aber der Mensch als das, was er in Wirklichkeit innerhalb der Schöpfung ist; begreift er, dass er aus dem Guten (Gott) auf der Erde lebt, dann wird er auch einmal Herr über das werden, was als böse in ihm ist und was leider oft seinen Ausdruck findet. Weshalb sollte nicht das Gute einmal Sieger bleiben über das Böse? Auch wenn Tod und Vernichtung aus dem Bösen des Menschen oft hervorgingen, so hat dieses Lebensgesetz doch immer wieder gezeigt, dass aus dem Lebensgesetz Neues und Gutes entstand. Diese ewige Macht des Lebens ist so weise beschaffen, dass wenn der Mensch sich ihm unterordnen und alles tun würde, was zum Glück und Frieden dient, für ihn ein besseres und schöneres Leben auf der Erde beginnen würde, als dies bisher für die Massen der Völker gewesen ist. Gott irgendwo in das blaue Himmelszelt zu versetzen und nun zu warten und zu hoffen, dass das Gute von dort kommen könnte, ist utopisch. Die Begriffe Gott und Mensch sind zwei untrennbare Dinge. Gott ist nicht irgendwo geheimnisvoll an einem Ort und der Mensch hier auf dieser Erde, sondern Gott und Mensch sind unlösbar miteinander verbunden. Auch auf dieser Erde ist Gott und ist seine Kraft genauso wirksam wie im Weltall. Daher ist der Glaube an Gott, ohne den Glauben an den Menschen, nutzlos. Der Glaube an das Gute, an Gott, ohne den Glauben an das Gute im Menschen wird nie das geben, was er von Gott glaubt und ihn hoffen lässt. Gottes ewiges Leben ist in allen Dingen der Schöpfung vorhanden und letzten Endes auch im Menschen. Das ist der Gott im Fleische, an den sich der Glaube heute richtet. Dieser Glaube an Gott und den Menschen ist nicht nur unsterblich, sondern für ein sinnvolleres Leben für den Menschen im verheißenen Reich Gottes hier auf Erden unverzichtbar und wird es auch bleiben.